NHB

Nationales Hundehalter Brevet

Seit dem 1. Januar 2017 ist Sachkundenachweis für Hundehaltende nicht mehr Pflicht. Gleichzeitig sind natürlich auch die Ausbildungsvorgaben des Gesetzgebers für Hundetrainer nicht mehr vorhanden. Einige Kantone verlangen aber, nach wie vor, einen Sachkundenachweis von den Hundehaltern. Wer diese Kurse nun unterrichten darf, ist nicht mehr zufriedenstellend geregelt und wieder einmal mehr, von Kanton zu Kanton, unterschiedlich.

Das neue Nationale Hundehalter-Brevet (NHB) ist ein Gemeinschaftswerk mehrerer Ausbildungsinstitutionen unter dem Dach des Verbandes Kynologie Ausbildungen Schweiz (VKAS), in Zusammenarbeit mit

  • dem Schweizer Tierschutz STS
  • dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV
  • der Gesellschaft Schweizer Tierärztinnen und Tierärzte (GST)
  • der Vereinigung der Schweizer Kantonstierärztinnen und Kantonstierärzte (VKST)

Das Nationale Hundehalter-Brevet (NHB) bietet vor allem Ersthundehaltern die Möglichkeit, sich ein Grundwissen an zu eignen. Ebenfalls bietet es zukünftigen Hundehaltern, bereits vor der Anschaffung eines Hundes, die Möglichkeit sich über Aufgaben und Pflichten eines Hundehalters zu informieren, wie auch über die Verantwortung, welche mit der Anschaffung übernommen wird.

So sind Grundsteine einer artgerechten und tierschutzkonformen Haltung, wie auch einer alltagstauglichen Erziehung gelegt. Ebenfalls sollen sich die Halter bewusst werden, dass Hunde körperlich wie auch geistig ausgelastet sein sollen.

Das Nationale Hundehalter-Brevet (NHB) ist eine noch freiwillige national einheitliche, theoretische und praktische Hundehalter/Hund-Ausbildung mit definierten Lernzielen, die von zertifizierten NHB-Ausbildern angeboten wird.

Bereits ab 1. Januar 2018 soll das Nationale Hundehalter-Brevet (NHB) in einigen Kantonen obligatorisch werden oder die Absolventen erhalten eine Reduktion auf die Hundesteuer (BS).

Halter und Hund sollen gemeinsam, mit viel Spass, ein Ziel erreichen können. Um den Brevet-Ausweis zu erlangen, muss die praktische Prüfung absolviert und bestanden werden. Wer auf die Prüfungsteilnahme verzichten möchte, erhält eine Teilnahmebestätigung.

Mit dem Nationale Hundehalter-Brevet (NHB) sollen folgende Ziele erreicht werden:

  • Der Hundehalter soll in seiner Eigenverantwortung „abgeholt“ werden
  • Die Bevölkerung soll erkennen, dass sich Hund und Halter um Ausbildung bemühen
  • Das bereits vorhandene Wissen der vorhanden SKN-Ausbildern soll weiter zum Wohl von Hund und Halter genutzt werden können
  • Das Brevet soll kantonsübergreifende Gültigkeit haben, damit es von Kantonen, die eine Ausbildung für Hundehaltende vorschreiben, eher anerkannt wird.
  • Ein attraktives, umfassendes und angepasstes Kurskonzept soll möglichst viele Hundehalter zum Kursbesuch animieren.

 


Vorschriften zur Hundehaltung im Thurgau (04. Jan. 2017)

Alle Hunde müssen spätestens drei Monate nach deren Geburt, in jedem Fall jedoch vor der ersten Weitergabe an einen neuen Halter, mit einem Mikrochip gekennzeichnet und in der Heimtierdatenbank AMICUS registriert sein. Die Kennzeichnung und Registrierung erfolgt durch einen praktizierenden Tierarzt resp. Tierärztin. Importierte Hunde müssen ebenso durch den Halter anlässlich des Importes registriert werden.

Ein Halterwechsel muss in der Hundedatenbank innerhalb von 10 Tagen nach der Übernahme des Hundes erfolgen.

Ersthundehalter (Personen, die noch nicht als Hundehalter in der Hundedatenbank AMICUS registriert sind) müssen sich und den Hund registrieren lassen.

Damit die Personalien eines Hundehalters in der Hundedatenbank mit dessen offiziell
gemeldeten Personalien bei seiner Wohngemeinde übereinstimmen, sind die Gemeinden für die Personenerfassung in AMICUS zuständig. Dies bedeutet für eine Person, die erstmals einen Hund halten will, dass sie vor Übernahme des Tieres bei der Einwohnerkontrolle oder Hundekontrolle die geplante Übernahme anmelden muss. Die Kontrollstelle der Gemeinde wird diesem Neuhalter bei AMICUS einen Account, lautend auf die offiziellen Personalien, eröffnen. AMICUS stellt daraufhin dem Neuhalter die persönlichen Zugangsdaten (Login) per Post zu.

Der registrierte Hundehalter kann in seinem Account E-Mailadresse, Telefon-Nr. und Sprache selbst verwalten und ist dafür verantwortlich, dass jeder neue Hund innert 10 Tagen nach Übernahme seinem AMICUS- Account hinzugefügt wird. Dies setzt voraus, dass der Hund bereits von einem Tierarzt gekennzeichnet und in AMICUS erfasst wurde.

Hunde sind so zu halten, dass Mensch und Tier nicht gefährdet oder belästigt werden.

Wer einen Hund hält, muss eine Haftpflichtversicherung mit einer Deckungssumme von mindestens drei Millionen Franken abgeschlossen haben. Das Risiko ist in der Regel in der üblichen Privat-Haftpflichtversicherung eingeschlossen. Vergewissern Sie sich im Zweifelsfall bei Ihrer Versicherung über den Deckungsumfang.

Wer einen Hund mit einem Erwachsenengewicht von mindestens 15 Kilogramm hält, muss innerhalb eines Jahres nach Anschaffung des Tieres einen Kurs über eine anerkannte praktische Hundeerziehung besuchen. Die anerkannte praktische Hundeerziehung umfasst einen Kurs mit mindestens zehn Lektionen mit Lerninhalten wie Leinenführigkeit, allgemeinem Gehorsam und Verhalten in der Umwelt und, sofern es das Alter des Hundes zulässt, einen Welpenkurs.

Der Hundehalter hat den Besuch des Hundeerziehungskurses auf Aufforderung der Gemeinde oder des Veterinäramtes nachzuweisen.

Bewilligungspflicht

Einige Hunderassen werden als potentiell gefährlich bezeichnet (siehe Merkblatt „ordentliches Bewilligungsverfahren“).

Wer einen solchen Hund im Kantonsgebiet halten oder ausführen will, benötigt im Voraus eine kantonale Bewilligung. Diese Bestimmung gilt auch für Personen, die nicht im Kanton Thurgau wohnhaft sind, wenn sie sich mit ihrem Hund im Thurgau in der Öffentlichkeit aufhalten wollen. Gesuche für eine Bewilligung müssen dem kantonalen Veterinäramt rechtzeitig eingereicht werden. Eine Bewilligung ist weder auf eine andere Person noch auf einen anderen Hund übertragbar.

Quelle: Kanton Thurgau

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